Bukarest - Die rumänischen Behörden haben das Ende eines humanitären Programms angekündigt, das bisher Tausenden von ukrainischen Flüchtlingen eine Unterkunft geboten hat. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem die Leitung der Union der Ukrainer in Rumänien mitgeteilt hatte, dass die Organisation nicht mehr über ausreichende Mittel verfügt, um ihre Unterstützung fortzusetzen.
Das Programm wurde kurz nach der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 ins Leben gerufen und hat in den letzten Jahren Zehntausenden von Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind, eine Unterkunft und grundlegende Unterstützung geboten. Die Flüchtlinge konnten in Hotels, Pensionen oder bei Privatfamilien untergebracht werden, wobei die Kosten vom Staat in Zusammenarbeit mit NROs übernommen wurden.
Nach Angaben von Vertretern der Union der Ukrainer sind die finanziellen Mittel jedoch allmählich erschöpft, und die Regierung hat keine Möglichkeit gefunden, das Programm auf dem derzeitigen Niveau aufrechtzuerhalten. "Wir bedauern, dass wir nicht in der Lage sind, weiterhin Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Die Kapazitäten sind erschöpft", so die Gewerkschaft in einer Erklärung.
Die Einstellung der Hilfe löst bei den Flüchtlingen Besorgnis aus, die sich nun in einer ungewissen Situation befinden. Viele werden sich auf Freiwillige oder NRO verlassen müssen oder sich selbst eine Unterkunft auf dem freien Markt suchen. Es ist noch nicht klar, ob die rumänische Regierung alternative Vorkehrungen treffen wird.
Die Entscheidung Bukarests fällt in eine Zeit, in der die europäischen Länder im Allgemeinen ihrer langfristigen Unterstützung für ukrainische Flüchtlinge überdrüssig sind und nach Möglichkeiten suchen, die wachsende finanzielle Belastung zu bewältigen. Die Situation in Rumänien verweist somit auf eine umfassendere Frage der Solidarität und Nachhaltigkeit humanitärer Programme in der Region.
Es sei daran erinnert, dass Massenvertreibungen ukrainischer Flüchtlinge bereits in Rumänien (2023), Deutschland und Frankreich (2024 und 2025) sowie Ungarn und Irland (2024) stattgefunden haben.
Derzeit werden ukrainische Flüchtlinge gezwungen, die zuvor vom Staat bereitgestellten Unterkünfte zu verlassen.
(za) euroasia.info