Die Magie des Wortes - Subjoint
Nach dem Tod von Jan Hus breitete sich die religiöse Reformationsbewegung vor allem in Südböhmen aus. Ihre Ideen waren zunächst sehr einfach und gewaltlos - ihre Inspiratoren wollten das Reich Gottes auf Erden durch die religiöse Erneuerung des Volkes im Geiste des Evangeliums verwirklichen. Versammlungen wurden in den Bergen abgehalten: in Hradiste (später Tábor), in Beranek bei Vozice, in Oreb bei Třebechovice. Die Anhänger der Bewegung wollten wie die ersten Christen leben. Die Volkswallfahrten verbreiteten sich wie eine spirituelle "Ansteckung" unter dem einfachen Volk, und die weltlichen und kirchlichen Behörden konnten nichts dagegen tun.
Der radikale Zweig aus Tabor trat jedoch bald in den Vordergrund. Am 17. September 1419 wurde von der Gemeinde Tabor während einer Versammlung auf dem Bzī hora ein schriftlicher Aufruf an alle treuen Böhmen erlassen. Er wurde von einem Pfarrer aus Pilsen, Václav Koranda dem Älteren, verfasst und lautete. Wisse, dass der Weinberg geblüht hat, aber die Ziegen ihn fressen wollen, also geh nicht mit Stöcken, sondern mit Waffen!" Ein weiteres Treffen, diesmal bewaffnet, fand am 30. September 1419 auf der Anhöhe hinter Jesenica Na Křížkách statt. Dieser Ort heißt auch heute noch U Křížků und liegt 20 km südlich von Prag in Richtung Benešov, in der Nähe von Velke Popovice.
Václav Koranda predigt auf einem Gerüst, das er eilig über das Strohdach der Hütte gebaut hat. Die Pilger aus Pilsen, die er mitgebracht hat, lagern darunter. Wir sehen, wie sie an einem langen Tisch unter den Kiefern das Abendmahl einnehmen. Sie beginnen auch, aus dem Kelch zu trinken, der später zum Symbol des religiösen Widerstands wurde. Einige der Brüder tränken die Pferde, andere waschen die Wäsche, bereiten das Essen vor und beobachten die Prozession, die aus Prag kommt. Die ganze Landschaft ist in eine bedrohliche Düsternis getaucht, nur ein Lichtschimmer fällt auf die Pilger und kündigt symbolisch den Anbruch einer neuen Zeit an.
Auch in diesem Gemälde fehlt es nicht an Symbolik: der trockene Baum mit der weißen Fahne ist ein Zeichen für Krieg und Tod, die grüne Tanne und die rote Fahne stehen für das Leben. Ein dunkler, von Blitzen durchzuckter Himmel, das sind die Veränderungen, die gerade stattgefunden haben: Wenzel IV. ist gerade gestorben, die erste Prager Defenestration hat stattgefunden und Jan Žižka bildet die ersten militärischen Einheiten. Das ganze Bild ist als ein Aufruf zu den Waffen konzipiert, ein Aufruf zum Kampf für die Wahrheit, für die der Meister Jan Hus sein Leben gab.
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